Von einem der auszog um Buchhalter zu sein . . . und das Fürchten lernte

Die spannendsten Geschichten schreibt das Leben. Hier haben wir eine, die zeigt, was alles passieren kann, wenn man sich voll Eifer und Tatendrang nach einer qualifizierten Bachelor – Ausbildung auf die Suche nach dem geeigneten Job macht.

Unser Held ist am 15. Februar 2017 in unser Büro gekommen, genauso, wie man sich einen ersten Besuch (aus längst vergangener Zeit) vorstellt: streng gekämmtes Haar, schwarzer, dreiteiliger Anzug und Krawatte.

Erster Eindruck: Anzug zu groß (kann er da reinwachsen?), will wohl Chef werden, mal sehen was er an Gehalt und Positionsanforderungen aufruft.

Wir kommen in’s Gespräch. Unter dem schwarzen Anzug findet sich ein aufgeschlossener, hellwacher Bewerber, der wirklich nur eines will, den ersten Job in seiner Buchhaltungskarriere. Dafür hat er viel investiert: kaufmännische Ausbildung, Universitätsabschluss und zur Erlangung erster praktischer Erfahrungen auch noch selbstfinanzierte Kurse an der Volkshochschule.

Warum er zu uns gekommen ist?
Neben vielen Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen stand er zweimal kurz vor einem Vertragsabschluss. Das erste Unternehmen, das ihm die Chance geben wollte, hat ihn am ersten Tag auf „Vertriebstour“ mitnehmen wollen. Der Vertriebler erklärte ihm, dass er jetzt von Haustür zu Haustür geht und das es auch gar nicht schlimm ist, wenn er mal von einem „potenziellen Interessenten“ angespuckt wird, gehört halt dazu. Unser Held fand es schlimm und hat sich enttäuscht verabschiedet. Wir sagen, richtige Entscheidung.

In einem Steuerbüro, in dem er hoffte, noch viel lernen zu können, sollte er seine Bachelorarbeit im Original vorlegen, damit der potenzielle künftige Chef diese noch mal korrigieren kann, weil das erzielte Ergebnis an der Universität sicher nicht dem Kenntnisstand unseres Helden entsprach. Unser Held war bereit, auch diese Hürde zu nehmen und sich zunächst disqualifizieren zu lassen, doch dazu kam es dann nicht mehr.

Was wir für ihn tuen konnten?

Wir haben nach Unternehmen geschaut, die einen ehrgeizigen Berufseinsteiger aufnehmen und ihn auch in seiner Karriere begleiten können. Nicht ganz leicht. Auch wir mussten Absagen hinnehmen, obwohl wir der Überzeugung sind, dass sich fachliche Defizite durch ein gutes theoretisches Fundament, Einsatzbereitschaft und Motivation schnell aufholen lassen. Bei ihm war alles gegeben.

Wir haben nicht aufgegeben und ihn immer wieder als leistungsbereiten Kandidaten mit einem großen Potenzial vorgestellt und wir hatten Erfolg.

Seit dem 02.05.2017 macht er seine ersten Schritte in einer großen internationalen Unternehmensgruppe. Schon in den ersten Gesprächen wurde ein strukturiertes onbording besprochen und ihm Unterstützung in seinen beruflichen Zielen angeboten.

Unser Held ist glücklich, wir freuen uns mit ihm und wünschen beiden Seiten eine erfolgreiche, lange Zusammenarbeit.